Im Blog Limburg-Mangu schreibe ich über meine Aufenthalte in Kenia, speziell in dem kleinen Ort Mang'u, der sich ca 50km nördlich
von Nairobi befindet.
Mang'u besteht hauptächlich aus einer langen Strasse, auf deren beiden Seiten sich, meist hinter Maisanpflanzungen, die Häuser
der dort lebenden Familien befinden. Weiter gibt es noch an einer Strassenkreuzung einen kleinen Marktflecken mit Obst- und
Gemüseständen, einem Metzger, einem Friseur, einer kleinen Tankstelle, einer Art Baumarkt einem Kiosk und einem Internet Cafe.
Daneben sind hier auch noch einige Schulen angesiedelt.

Achja...eine Kneipe gibts auch noch.

Samstag, 1. Dezember 2012

Miraa

Vorgestern war ich mal wieder in Thika zum Einkaufen.
Wie ich im letzten Jahr schon schrieb, gibt es hier einige Supermärkte, in denen man (fast) alles bekommt, was der durchschnittliche Europäer gewohnt ist.
Auf der Rückfahrt saß ich ganz hinten im Matatu. Das hat den Vorteil, daß man nicht bei jedem Stopp aus- und wieder einsteigen muss um Fahrgäste rauszulassen.
Schräg vor mir auf dem Notsitz, der aus einem Holzbrettchen besteht, der über den Durchgang zu den hinteren Sitzen gelegt wird, saß ein junger Mann ca. Anfang 20 vom Typ Jimmy Hendrix.
Das markanteste an ihm war ein roter Schal, den er sich um die Stirn gebunden hatte und den Rest des Schals als Schärpe herunterhängen ließ.
Auf seinem Schoß hielt er eine orangene Plastikeinkaufstüte, aus der er, kaum dass er saß, Blätter herausfischte und sich in den Mund stopfte.
Aha, dachte ich, Miraa.
Miraa wird, ähnlich wie die Kokablätter gekaut und soll die Leistungsfähigkeit stärken. Man wird nicht müde und braucht weniger Schlaf.
Wer mehr darüber wissen will, kann sich vertrauensvoll bei Wikipedia umsehen.
Er stopft sich also während der Fahrt immer wieder Blätter in den Mund und kaut.
Der Kassierer, forderte dann nacheinander von den Fahrgästen das Fahrgeld.
Der junge Mann, deutet daraufhin auf seine Einkaufstüte und zuckt mit den Schultern. Das sollte wahrscheinlich bedeuten: "Ich komme jetzt nicht an mein Geld, weil die Tüte drauf steht."
Geduldig, wie die meisten Kassier in den Wagen sind, sammelt dieser das Geld von den restlichen Passagieren ein, in der Hoffnung, dass der junge Mann in der Zwischenzeit sein Geld hervor kramt.
Kurz vor der Station, an der unser "Jimmy Hendrix" aussteigen wollte, wird er wieder vom Kassierer angestossen. Wieder die gleiche Reaktion, deuten auf seine Tüte und zucken mit den Schultern.
Dem Kassierer riss aber nun der Geduldsfaden. Kurzerhand nimmt er die Tüte und stellt sie vor sich.
"Jimmy" jammert etwas, fummelt aber jetzt endlich in seiner Hosentasche herum und rückt tatsächlich ein paar Schillinge raus.
Der Kassierer ist zufrieden, gibt "Jimmy" seine Tüte wieder und die Welt ist wieder für alle heil.